PrEP - die Pille davor

Die PrEP (Prä-Expositions-Prophylaxe) ist ein HIV-Medikament für HIV-negative Menschen, die sich durch die Einnahme vor einer Infektion schützen wollen. In Deutschland ist bislang nur ein Medikament als PrEP zugelassen: Truvada von der Firma Gilead.

Wie funktioniert PrEP?

Wenn beim ungeschützten Sex HI-Viren übertragen werden, verhindern die Wirkstoffe des Medikaments, dass sich die Viren vermehren. So kommt es zu keiner Infektion, da dafür eine bestimmte Virusmenge notwendig ist.

Wie nimmst du PrEP richtig ein?

Es werden zwei Arten der Einnahme unterschieden: Die dauerhafte Einnahme und die anlassbezogene Einnahme. Bei der dauerhaften Einnahme nimmst du täglich eine Tablette zur gleichen Tageszeit zum Essen ein. Nach einer Woche der Einnahme ist ausreichend Wirkstoff in deinem Körper. Die dauerhafte und regelmäßige Einnahme erhält diese Menge aufrecht.

Die anlassbezogene Einnahme sollte zeitlich gut abgestimmt sein. Ca. 24 Stunden vor einem Übertragungsrisiko solltest du 2 Tabletten einnehmen. Anschließend 2 Tage alle 24 Stunden eine Tablette (macht insgesamt 4 Tabletten). Sollte es zu mehreren aufeinanderfolgenden Risiken kommen nimmst du jeden Tag eine Tablette bis 2 Tage nach der letzten Situation.

Wie sicher ist PrEP?

Die dauerhafte PrEP ist genauso sicher wie ein richtig angewendetes Kondom und Schutz durch Therapie. Voraussetzung ist die richtige Einnahme. Je häufiger du die Medikamente vergisst, umso niedriger wird die Wirkstoffmenge in deinem Blut. Das Risiko einer HIV-Übertragung wird somit erhöht.

Die Sicherheit der anlassbezogenen PrEP ist umstritten. Am besten beginnst du die Einnahme ein paar Tage vor dem ersten Risiko und beendest Sie zwei Tage nach dem letzten. Je länger du die PrEP vor dem Sex einnimmst, umso größer wird der Schutz.

Welche Nebenwirkungen kann die PrEP (Truvada) bei dir auslösen?

Nach der Einnahme von Truvada können Übelkeit, Schwächegefühl und Kopfschmerzen auftreten. In der Regel verschwinden diese Symptome bei dauerhafter Einnahme nach einiger Zeit wieder. Auch nach Absetzten der Medikamente enden die Nebenwirkungen vollständig. In Einzelfällen kommt es zur Beeinflussung der Knochendichte oder zur Schädigung der Nieren. Bei einem bestehenden Nierenschaden solltest Du vor der Einnahme der PrEP auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Wo kannst du PrEP herbekommen?

In Deutschland kannst du die PrEP auf Selbstzahlerrezept in der Apotheke kaufen. Die Monatspackung  kostet 70,00 Euro.

Für wen ist PrEP geeignet?

Die Entscheidung zur PrEP ist eine ganz individuelle. Empfohlen wird sie allen Menschen mit einem hohen Risiko sich mit HIV zu infizieren. Dazu zählen auch Männer, die Sex mit Männern haben. Vor allem wenn du häufig wechselnde Sexualpartner hast, keine Kondome benutzen willst oder kannst oder für dich die Gefahr besteht, unter Alkohol oder Drogen ungewollte Risiken einzugehen. Auch mehr Genuss und Spaß ohne Kondom kann ein Grund für eine PrEP sein.

Was solltest du noch wissen?

Die PrEP schützt ausschließlich vor HIV, aber nicht vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen.

Die Einnahme sollte in Absprache und Begleitung eines Arztes erfolgen. Bevor du mit der PrEP beginnst, empfiehlt es sich einen HIV- und STI-Test(s) zu machen. Auch während der Einnahme ist ein regelmäßiger HIV und STI-Check sinnvoll.

Theoretisch ist eine Infektion mit Truvadaresistenten HI-Viren möglich. Das sind Viren, die gegen das Medikament immun geworden sind. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch äußerst gering (bisher 2 dokumentierte Fälle). Keine Safer-Sex-Methode bietet hundertprozentigen Schutz vor einer HIV-Infektion, auch ein Kondom nicht.